Schuldenprävention
(in Planung)
Die glitzernde Welt des Konsums mit ihren schillernden Werbespots, der grenzenlosen Kommunikation und dem ”shoppen” per Internet zeigt ihre hässliche Seite: Auch Jugendliche geraten immer öfter in die Schuldenfalle. Hier ist oft das Handy ein Hauptverursacher. Für diese Gruppe ist aber die Schuldnerberatung nicht zuständig. Von einem Anstieg verschuldeter Jugendlicher im Alter von 13- bis 17 wird erstaunlicher Weise sowohl vom Institut für Jugendforschung München als auch vom Bund deutscher Inkassounternehmen berichtet. Beide Institutionen gehen von 12 % verschuldeten Jugendlichen in der o. g. Altersgruppe aus. Festzustellen ist auch, dass bei Eintritt in die Berufstätigkeit und Vollendung des 18. Lebensjahres die Schuldenhöhe und die Bereitschaft zum Schuldenmachen rasant zunehmen. Die finanziellen Probleme der Jugendlichen werden auf die Erziehungsberechtigten verlagert. In der Regel zahlen Eltern, oft auch aus Unkenntnis ihrer rechtlichen Möglichkeiten (Stichwort: Taschengeldparagraph), die Verbindlichkeiten ihrer Kinder. Zunehmend vermissen Erziehungsberechtigte ein sensibles Verhalten der Jugendlichen beim Thema Geld und Konsum. Tradierte Verhaltensweisen im Umgang mit Geld und Werteorientierungen scheinen von Konsum und Lifestyle verdrängt zu werden. Der Kinderschutzbund weist seit Jahren auf die Auswirkungen von Armut auf Kinder und Jugendliche hin und arbeitet in vielen Projekten gegen die Auswirkungen von Kinderarmut. An den wirtschaftlichen Verhältnissen der betroffenen Familien können wir aber nichts ändern. Ein weiterer Versuch, Armut und Benachteiligung erträglicher zu machen, ist die Frage des Umgangs mit wenig Geld.
Kinder und Jugendliche sollen persönlich, telefonisch, über Internet –anonym oder offen- über ihre Geldsorgen reden können und nicht lediglich wohlmeinende Tipps, sondern qualifizierte Hilfs- und Unterstützungsangebote erhalten.
Eltern, deren Kinder Schulden verursacht haben, sollen Lösungsmöglichkeiten gemeinsam mit den Kindern finden und organisieren.
Schulklassen sollen in Form einzelner Schulstunden bis hin zu ganzen Projektwochen über das Thema Geld arbeiten. Lehrende erhalten die Möglichkeit, auf qualifizierte Fachkräfte zum Thema Geld zurückgreifen zu können, die dann auch aufgrund ihrer Praxiserfahrungen eine kompetente, glaubwürdige Unterrichtseinheit gestalten und bei Bedarf Lösungsmöglichkeiten aufzeigen können.
Methodische Vorgehensweise:
Sichtweise von Armut als (teilweise veränderbare) Normalität statt als Makel verdeutlichen durch ganzheitliche Wahrnehmung und Förderung und Wertschätzung des Jugendlichen.
Beteiligung Betroffener (Partizipation),
Bedarfsgerechtes Angebot in enger Abstimmung mit den Mitarbeitern des Sozialzentrums und den politisch Verantwortlichen.
Prävention, Integration und aufsuchende Arbeit durch Arbeit in den Schulen mit Jugendlichen und Eltern
Falls es von den Jugendlichen gewünscht wird: Zusammenarbeit mit den Eltern
Gruppenveranstaltungen in Klassenverbänden, auf Elternabenden und ggf. in Selbsthilfegruppen
Freiwilligkeit, Vertraulichkeit und Verlässlichkeit in der Beratung sowie den abgesprochenen Maßnahmen
Als Angebote sehen wir:
Für Schulen:
- Projektwoche ”Rund um`s Geld” zu gestalten, oder
- einzelne Bausteine aus den 'Projektwochen'- Themen oder
- an der Projektwoche ”Gewaltprävention” zum Thema, z.B. ”Abziehen von Jugendlichen" aufklärend teilzunehmen
Für Jugendliche, Eltern, Lehrende
- Persönliche Beratung im Hause nach Voranmeldung
- Wöchentliches telefonisches Beratungsangebot (Hinweis in den” Husumer Nachrichten”, Rubrik: In Notfällen)
- Evtl. Angebot einer Selbsterfahrungsgruppe zum Thema
”Das Fach ”Jugendliche und die Schuldenfalle” sollte als Unterrichtsfach im Lehrplan fest geschrieben werden”. Mit dieser Aussage unterstreicht der Direktor einer Husumer Schule die Brisanz des Themas.
”Wir stellen uns für jede Form der Prävention gerne zur Verfügung. Das Thema ist sehr wichtig. Auch die Eltern hätten manchmal gerne Hilfestellung”, so die Konrektorin einer Grund- und Hauptschule.
Die Notwendigkeit, Hilfsangebote für Jugendliche bereitzuhalten, ist sicherlich unumstritten. Doch auch hierfür ist Geld notwendig. Geld für Beratungshonorare, Projektwochen, Fahrkosten, Flyer, Plakate, Telefongebühren, ........... Die notwendigen Anträge werden gerade auf den Weg gebracht und wir hoffen, schon Anfang nächsten Jahres verschiedenste Angebote durchführen zu können.